Der Sevel (Fiat Ducato, Citröen Jumper, Peugeot Boxer)

Das im Wohnmobilbereich wohl aktuell am meisten verbreitete Fahrzeug ist der Sevel. Bennant nach seinem Fiat-Herkunftswerk in Atessa im nördlichen Italien läuft er dort in drei Varianten vom Band; als Fiat Ducato, als Citröen Jumper und als Peugeot Boxer. Kooperationen wie diese sind, besonders im Nutzfahrzeuge Bereich, nicht ungewöhnlich. Um die enormen Entwicklungskosten eines eigenen Fahrzeugs einzusparen tun sich immer wieder namhafte Fahrzeughersteller zusammen.

 

Bei dieser Fahrzeugfamilie ist die Unterscheidung rein äußerlich lediglich an den unterschiedlichen Logos im Kühlergrill und an der Beschriftung im Heck zu erkennen. Rein vom Chassis her sind die Fahrzeuge identisch. Unter dem Chassis gibt es dann auch lediglich Unterschiede bei den Motoren. Während im Fiat ein Fiat-Motor seine Arbeit verrichtet, werden in den französischen Brüdern


Fort Transit Motoren verbaut. Die erhältlichen Größen der Motoren (Hubraum) sind aber relativ identisch aufgestellt. Den Sevel gibt es in unterschiedlichen Längen von L1 bis L5 und in unterschiedlichen Höhen von H1 bis H3. Wichtig zu wissen ist, dass speziell bei den Längen die drei Brüder nicht gleich sind. Da es beim Ducato im Gegensatz zu Boxer und Jumper noch eine Pritschenversion (L3) gibt, ist dies bei Fiat etwas anders gelagert.

Peugeot/Citroen(Fiat): 5m=L1(L1), 5,4m=L2(L2), 6m=L3(L4), 6,4m=L4(L5)

 

Für den Sevel sprechen gerade im Wohnmobil-Kastenwagenausbau mehrere Aspekte. Der wohl Auffälligste ist die Bauform in Bezug auf Fahrzeugbreite und -höhe. Der Sevel ist einseits ein paar Zentimeter breiter als seine Mitbewerber und andererseits verjüngt er sich nach oben nicht so stark; heisst die Breite in Richtung Dach bleibt nahe an der Fahrzeugbreite im unteren Bereich. In Bezug auf die allgemeine Fahrzeugbreite liegt der Vorteil darin, dass im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen hier, für normal große Personen, ein komfortables Querbett möglich ist. Bei anderen Herstellern fehlen genau diese entscheidenden Zentimeter und man muss Schnitte mit Längsbetten umsetzen was dann wieder über die Fahrzeuglänge kompensiert werden muss. Die geringe Verjüngung zum Dach hin macht sich positiv bemerkbar wenn es um den Einbau von Oberschränken geht. Hier bietet der Sevel im Dachbereich einfach wesentlich mehr Raum. Somit kommen viele mit kürzeren Längen zurecht, was sich insgesamt wiederum positiv auf die Maneuvrierbarkeit des Wohnmobils auswirkt.

 

Ein weiterer entscheidender Vorteil des Sevels ist seine immense Verbreitung weltweit. Aus Europa ist dieses Fahrzeug nicht wegzudenken. Egal ob Paketlieferdienste, Handwerker oder Kommunen; alle setzen den Sevel als Nutzfahzeug europaweit ein. Egal ob im Stadtbild von Berlin oder im Gebirge von Korsika, den Sevel trifft man überall an. Also müssen diese auch überall repariert werden was bedeutet, dass auch überall Ersatzteile verfügbar sind. In Frankreich ist es weniger der Fiat sondern eher die Brüder von Citröen und Peugeot, was bei einem Großteil der Ersatzteile aber keine Rolle spielt. Selbst in den USA ist der Sevel zu finden. Dort wird er als Dodge Ram Promaster vermarktet. Hier verlässt er das mexikanische Werk allerdings lediglich mit einem 3,6l V6 Motor mit der Bezeichnung Pentastar. Aber wichtig zu wissen ist, dass es für in Europa hergestellte Modelle in den USA in der Werkstatt eine, zwar kleine, aber fiese Stolperfalle gibt: deren Diagnosegeräte sind so programmiert, dass sie an europäischen Fahrzeugen den Dienst verweigern! Man könnte zwar in den USA die meisten Reparaturen durchführen aber um überhaupt Fehler am Fahrzeug diagnostizieren zu können muss der Urlauber aus Europa, wenn er mit seinem eigenem Kasten aus der EU unterwegs ist, unbedingt einen europäischen Dongle im Gepäck haben. Dann können die Werkstätten diesen nutzen um eine Diagnose durchzuführen. Hier wäre z.b. der OBD Dongle zu erwähnen. Kostenpunkt zwischen 30-150EUR.

 

Was die Optik des Sevel angeht, durch die großen Radläufe und Radhäuser eignet er sich gut für große Felgen und sieht optisch sehr sportlich aus.

 

Die Qualität des Sevel ist in der Regel gut und die Laufleistungen in Bezug auf die maximal gefahrenen Kilometer sind auch sehr hoch. Laufleistungen von 400.000km sind bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung keine Seltenheit. Allerdings ist die Fahrzeugtechnik in diesen Fahrzeugen nicht mit der eines Mercedes Sprinter auf Augenhöhe. Aber sie ist für die Nutzung in einem ausgebauten Kasten völlig ausreichend. Eine bekannte Schwachstelle des Sevel 3 ist die Lackierung überhalb der Windschutzscheibe. Dort löst sich gerne mal der Lack von der Grundierung ab, was als sichtbar hässliche beigfarbene Flecken zu Tage tritt. Der Anschaffungspreis ist dafür auch deutlich niedriger als bei Crafter und Sprinter. Der Markt für Fahrzeugteile von Drittherstellern sowie auch der Gebrauchtteilemarkt sind hervorragend aufgestellt. Nachteilig anzusehen ist, dass oftmals in Vertragswerkstätten, wie z.b. bei mir mit meinem Peugeot, der Boxer als LKW angesehen wird und man somit an eine auf Nutzfahrzeuge spezialisierte Zweigstelle verwiesen wird. Und diese Nutzfahrzeug Werkstätten sind nicht so dick gesäht wie PKW Werkstätten.

FACEBOOK will ich nicht

TWITTER brauch ich nicht

INSTAGRAM schon gleich gar nicht

GOOGLE+ kommt gar nicht in die Tüte


 

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