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Einbau eines Midi-Heki

In einem der letzten Artikel ging es um den neuen Dachträger für das Solarpanel. Der Grund für dieses Projekt war, dass ich hinten ein Heki haben wollte. Im Sommer ist es im Cruisemobile, speziell hinten, sehr warm. Manchmal steht man Nachts irgendwo, wo man nicht unbedingt das Seitenfenster oder die Hecktüre offen lassen kann. Da ist ein Dachfenster optimal, weil dann die Wärme nach dem Kaminprinzip nach oben abziehen kann. Als ich dann von meinem Freund

Svenotzer ein gebrauchtes Heki geschenkt bekam war der Fall klar. Da aber im hinteren Teil das Dach aus einem Profilblech besteht, kann man nicht einfach ein Dachfenster montieren. Man muss diese trapezförmigen Rippen ausfüllen. Hierzu gibt es im Handel spezielle Ducato-Adapter die unten das Profil ausgleichen und oben eine plane Auflagefläche bieten. Als ich in einem Gespräch mit meinem Freund Murdock erwähnte, dass ich ein Heki einbauen würde und ich keinen Bock auf die Sägearbeiten hätte, verzog er das Gesicht und belehrte mich, dass man dies nicht mit der Säge, sondern einem Knabber machen würde. Da ich noch nie davon gehört hatte, bot er mir an dies bei ihm zu machen und er würde mir gleich zeigen wie das mit dem Knabber funktioniert.  Gesagt getan. Deshalb fuhr ich dieses Wochehende mit allen notwendigen Teilen zu ihm und wir nahmen das Projekt in Angriff. Als ich am Freitag ankam konnte es auch direkt losgehen. Voller Elan holte er sein Werkzeug und kurz darauf fanden wir uns beide im Inneren des Cruisemobile


wieder. Als Erstes haben wir die präferierte Position für das Fenster gesucht. Als wir diese festgelegt hatten, haben wir exakt an der theoretischen Mitte des Ausschnitts von innen ein Loch bis oben durchs Dach gebohrt. Nun konnten wir aufs Dach gehen und hatten einen Orientierungspunkt. Nun mussten wir nur seitlich die nächste passende Vertiefung für den Adapterrahmen wählen. Mit dem eingesetzten Rahmen konnten wir nun perfekt die Form des Auschnitts anzeichnen. Dann fehlten und nur noch 15mm Bohrungen mit dem Stufenbohrer und dann konnten wir auch schon den Knabber ansetzen. Leider stellte sich heraus, dass das Profil des Sevel so kantig ist, dass der Knabber dort nicht vorwärts kommt. Der funktioniert wohl nur bei relativ flachem und unprofiliertem Blech. Also musste doch die gute alte Stichsäge ran. Da ich im hinteren Bereich Hängeschränke habe, konnte ich nicht weit genug nach hinten mit dem Heki um weit genug vom ersten Quer-Flatterholm vorbei zu kommen. Ich hätte vielleicht noch etwas näher an den Schrank heranrücken können, aber dann wären die

Türen der Schränke nicht mehr aufgegangen. So war der Kompromiss den Holm nicht komplett zu durchtrennen, sondern ihn zur Hälfte auszusparen um so teilweise die Stabilität des Holmes zu nutzen. Als wir den Ausschnitt gemacht hatten, war klar, dass das Bogus ist. Der Holm ist nämlich nicht geschweisst, sondern nur halbherzig reingeklebt. Das was wir aus dem Holm herausgetrennt hatten, fängt nun der eingesetzte Siebdruckrahmen locker wieder auf. Diesen Rahmen hatten wir mit FixAll Turbo reingeklebt und dann mit Schraubzwingen eingespannt, bis der Turbo angezogen hatte. Deswegen gingen wir zu diesem Zeitpunkt erstmal Kaffee trinken. Als wir wieder kamen war das FixAll soweit fest, dass wir die Schraubzwingen lösen konnten. Leider stellten wir fest, dass die Schraubenführungen des Heki-Innenrahmens nicht in den Siebdruckrahmen passten. Also mussten wir diese Stellen an unserem Siebdruckrahmen ausfräsen. Als dies erledigt war, passte der Innenrahmen perfekt an seinen Platz. Nur konnen wir ans Montieren des Heki gehen.


Eindichten wollten wir das Heki sowohl zwischen Dachblech und Adapterrahmen, als auch zwischen Adapterrahmen und Heki mit Dekalin Dekaseal. Diese Masse ist nicht wie ein Kleber, der aushärtet, sondern ist eher eine dauerelsatische "Knetmasse". Um optimale Kontaktflächen zu haben, musste zuerst der Lack auf dem Dach und dann der Adapterrahmen mit Bremsenreiniger staub- und fettfrei gemacht werden. Nun war es an der Zeit den Adapterrahmen einzusetzen. Dafür bekam eine richtig fette Dekseal-Wurst in seine Dichtungsrinne gelegt. Nun konnten wir den Rahmen sorgfältig ins Dach einsetzen und von Hand satt aufs Blech drücken. Dann machten wir das Gleiche mit dem Heki. Auch da brachten wir mit der Kartuschenpresse eine satte Dekseal-Wurst auf den Flansch der Heki auf und pressten vorsichtig auf den Adapterrahmen. Das Heki wird bauartbedingt nicht mit dem Dach verschraubt. Es wird vom Innenrahmen gegen das Blech geklemmt. Dabei wird ein so hoher Zug aufgebaut, dass es ringsherum die Dichtmasse aus den Kontaktflächen drückt. Dies zeigt, dass überall genug Dichtmasse

aufgebracht war. Nun konnten wir von unten den Heki-Innenrahmen vorsichtig einsetzen und vom Dach aus die Position kontrollieren. Um den Innenrahmen mit dem Heki zu verschrauben haben wir 12x60mm Blechschrauben mit Beilagscheiben besorgt. Da der Akkuschrauber eine Drehmomentbegrenzung hat, konnten wir alle Schrauben mit exakt dem gleichen Drehmoment anziehen um die Zugkraft gleichmäßig auf den Flansch des Heki zu verteilen. Nach dem alle Schrauben über Keuz angezogen waren und wir ringsherum nahtlos Dirchtmasse austreten sahen, wussten wir das Fenster liegt auf allen Kontaktfläche satt auf und müsste dicht sein. Nun konnte die Inneblende eingesetzt werden. Sie enthält das Plissee und den Fliegenschutz. Dies liess sich problemlos einclippen und hielt auf Anhieb. Nach kurzer Wartezeit war das Dekseal auf dem Dach soweit angezogen, dass es sich, ohne am Finger kleben zu bleiben, zu einer sauberen Aussenfuge zurechtdrücken ließ. Nun sollte das Fenster endgültig dicht sein.


Aber "sollte" reichte mir nicht. Ich wollte es sicher wissen. Also begab sich Murdock mit einer Gießkanne bewaffnet auf die Leiter und begann das Dach zu gießen. In den drei Profilvertiefungen zwischen dem hinteren Holm und dem Heki staute sich direkt Wasser auf und blieb dort stehen. Also warteten wir erstmal ab. Nach einer halben Stunde sah es so aus als hätte sich am "Wasserstand" nichts geändert. Eine weitere Stunde später war auch alles kaum verändert. Es war also ziemlich sicher, dass das Dachfenster dicht ist. Ich wollte es aber sicher wissen und habe die Innenverkleidung nochmal abgeclipst. Auch darunter war alles trocken. Ich gehe nun also wirklich davon aus, dass es dicht ist. Ich musste nur noch Kunststoffteile putzen und die Mechanik etwas mit Silikon schmieren und schon war das Heki wie neu.

 

Das war wieder einmal ein super Projekt mit Murdock das wahnsinnig viel Spass gemacht hat. Ich danke ihm nochmal für seine Hilfe und seine Gastfreundschaft. Und meinem Freund Svenotzer danke ich nochmal für das Heki.

 

Nachtrag 4.5.2022

Ich bin von dem Heki auch nach dem ersten Praxistest absolut begeistert. Im Vergleich zu meiner vorigen Dachluke, dem Fiamma Vent, ist das Heki im Handling um Klassen besser. Allein schon die Tatsache, dass man bei komplett ausgeklappter Luke nach oben den Kopf raus stecken kann um ggf. mal aufs Dach zu gucken oder greifen, ist ein Riesenvorteil. Das ging beim Fiamma niht, weil mitten durch die Öffnung eine Strebe für die Machanik ging. Dazu kommen noch die Fliegengitter/Plissee Rollos in der Verkleidung des Heki. Die machen das Fenster super flexibel.  Auch hier ist das Fiamma klar unterlegen, weil es ein festes Fleiegennetz hat.

Ich bin sogar so begeistert, dass ich mir sofot nochmal eines bei Kleinanzeigen geholt habe, dass ich gegen das Fiamma Vent ersetze. Wenn ich schon so eine tolle Dachluke haben, dann sollen meine Mäödels nicht schlechter leben.

 

Die Komponenten die ich verwendet habe, sind:

30,- Adapterahmen für Ducato

25,- 2x Dekalin Dekaseal (eine hatte ich noch da)

10,- 12x 4x60mm Blechschrauben mit Beilagscheiben

10,- FixAll Turbo Montagekleber

 

Reste von:

1x Midi Heki 40x40cm gebraucht geschenkt

Siebdruckplatte

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Kommentare: 1
  • #1

    Svenotzer � (Montag, 25 April 2022 19:05)

    Freut mich dass das Gute Teil nun endlich wieder seinem Zweck entsprechend Verwendung findet…..