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Camper-Bauen Treffen 2020

Endlich war es wieder soweit. Ein Jahr haben wir nach dem letzten Treffen auf das neue Treffen hin gefiebert. Da das Treffen 2019 so ein riesiger Erfolg war lag die Messlatte für 2020 nochmal ein sattes Stück höher. Das Ziel war, dass einfach noch mehr Mitglieder kommen um ihre tollkühnen Kisten vorzustellen. Dafür brauchte es wieder eine Location. Diesmal entschied die Camping-Demokratie, dass der Campingplatz am Lütsche-Staussee der richtige Ort wäre. Und tatsächlich ist dort im Thüringer Wald eine ursprüngliche Idylle die dem ganzen Treffen nochmal einen ganz anderen Anstrich gegeben hatte. Das Wetter war auch ein Glücksfall.

Wolkenloser Himmel bei angenehmen Temperaturen – zumindest tagsüber. Die Organisatoren Avofix und Andolini hatten für uns die Zeltwiese etwas abseits des Sees gebucht. Ein relativ großes und ebenerdiges begrüntest Feld in der Mitte des Campingplatzes. Leider war Corona auch bei diesem Event eine Hürde die so machen Ausbauer abgeschreckt hatte doch daran teilzunehmen. Trotzdem kamen am Ende 22 Mitglieder mit Ihren Fahrzeugen und dazu noch zwei weitere Fahrzeuge die von JoeKW mitgebracht wurden. Fertigausbauten. Pfui.

 

Tag 1 – Die Ankunft

Der Erste am Set war Murdock, der tatsächlich schon am Donnerstag angereist war und die Vorhut gebildet hatte. Am Freitag traf dann der Großteil der weiteren Teilnehmer ein – darunter waren Asagi, Mwrsa, Wolfgangfox, T2a, Kawa2018, Cruisemobile, JoeKW, Pyrotitti und Martin K. Da einige davon sich schon vom letzten Mal kannten, war die Freude des Wiedersehens sehr groß und die Begrüßung war sehr herzlich. Aber ab jetzt stieg auch schon die Aufregung weil man wusste, man bekommt in diesen Tagen richtig viel Interessantes zu sehen. Und man war natürlich gespannt auf die ganzen verwegenen Ausbauten. Irgendwie waren alle Neuankömmlinge erstmal mit Parken und Aufbauen beschäftigt und es musste auch eine Hamsterdame erstmal ihre Medikamente bekommen. Und dann saßen wir direkt alle in einer immer größer werdenden Runde und wir hielten den ersten Plausch. Und der war direkt geprägt von guter Laune. Alle packten ihre Schlagfertigkeit und ihre besten Sprüche aus und die Stimmung war sofort super. Da hatte auf Anhieb


die Chemie untereinander gestimmt. Was total positiv an der Runde aufgefallen ist, wir haben uns alle miteinander in einem großen Gespräch unterhalten, nicht nur in kleinen Grüppchen. Es war in dieser Riesenrunde Platz für jeden. Auch die jenigen die sich bislang nicht kannten, waren sofort integriert und haben direkt mit gewitzelt. Während dessen trafen immer mehr Mitglieder ein und, wie selbstverständlich, setzten sie sich in die Runde und waren auch sofort bei den Anonymen Ausbauholiker mit drin, „Hallo, ich bin der Mark, ich baue ein Wohnmobil aus ...“. So saßen wir dann, bis kurz vor 19Uhr, bis ein Großteil der verschiedenen Charaktere angekommen war. Dann hatten wir alle mächtig Hunger und sind dann gemeinsam in die vorgebuchte Gaststätte auf dem Campingplatz eingekehrt und haben erstmal lecker zu Abend gegessen. Dort sind dann noch MRT und Thordon eingetrudelt. Da die Akustik aber extrem hallig und laut war, hatten die ersten nach dem Essen bereits wieder den Rückweg zur Stellwiese angetreten. Dort trafen nach und nach alle anderen ein und die im Dunkeln entstandene Gesprächsrunde war wieder super lustig und entspannt. Mittlerweile waren auch noch Andolini und Svenotzer eingetroffen. Letzterer war auch neu im Zirkel hat aber die Gesprächsrunde gleich mit seiner offenen rheinischen Art bereichert. Nun hat sich Avofix erbarmt und seine krasse Petroleumlampe ausgepackt und die Nacht zum Tag gemacht. Die Eiseskälte des Thüringer Waldes hat uns dann letztlich doch zurück in die Kästen getrieben und nun hatte man nach und nach die startenden Heizungen aus allen Richtungen gehört. Wie gemütlich...

Tag 2 – Die Messe

Nachdem Andolini für alle die Brötchen besorgt hatte, gingen nach und nach alle Kastenwagentüren auf und viele verschlafene Gesichter kamen zum Vorschein. Es war krass; viele der Neuen kannte man nur ein paar Stunden, aber sie waren einem in den paar Stunden durch die tollen Gesprächsrunden schon so „vertraut“, dass man sich glatt freute diese zu sehen. Darum war auch direkt am Morgen die Stimmung wieder genial. Das Wetter tat Seines dazu; es war ein wolkenloser Spätsommerhimmel und als die Sonne über die Wiese kam, war es auch endlich warm. Nach dem alle gefrühstückt hatten und alles verräumt wurde sah man die erste große Schlange am Sevel H2L3 von MRT stehen. Er hat ein super praktisches Surfmobil mit total schick gestalteten Möbeln in ganz modernen Farben. So wie erwartet begann auch gleich das Große Fachsimpeln. Einige unterhielten sich parallel dazu noch über die vorige Nacht die echt arschkalt war. Einer witzelte „Ich denke so mancher Herr in der Runde musste nachts beim Pinkeln etwas länger als gewohnt nach seinem Utensil suchen.“ Achja, ich denke der kam von mir. Wer ich bin? Öhm...

Weiter ging es dann so langsam bei JoeKW dessen Kasten alle ins Staunen versetzte. Die Akribie die dieser Wahnsinnige an den Tag gelegt hat lässt nicht nur uns Selbstausbauer sondern auch das Werkstattpersonal bei Pössl und Co ganz alt aussehen. Da müssen einige seiner staunenden Besucher wohl auch den einen oder anderen Spruch abgelassen haben, denn man hat Joe sogleich über den ganzen Platz lachen hören. Als nächstes versammelten sich alle bei Pyrotitti und bestaunten den sexy schwarzen Sevel H3 mit seinen 18“er Alus. Ein relativ neuer Wagen für einen echten Hünen gebaut. Klar, was will ein 2m-Mann mit Schränken auf 60cm Höhe? Auch ein grundsolider Ausbau bei dem noch viel passieren wird. Da sind sicher alle gespannt. Aber da er dann noch an der Elektrik was fummeln musste, haben wir ihn erstmal schrauben lassen. Dann sah ich schon eine größere Gruppe bei Murdock. Dessen Trafic ist ein ganz erstaunliches Gefährt. Der Slideout im Heck versetzt einen einfach ins Staunen. Nicht nur, dass dieser total leichtgängig ist; Im ausgefahrenen Zustand ist dieser auch absolut dicht. In Originalfarbe lackiert sieht das total professionell aus. Der Wagen gewinnt im Innenraum enorm am Raum und das gemütliche Interieur macht aus dem kleinen Franzosen eine richtig gemütliches Zwei-Personen-Mobil. Ein ganz tolles Fahrzeug. Dann war da noch das Fahrzeug von Kawa2018. Die beiden machen

mich total stolz weil diese beiden Mädels einen tollen Wagen gebaut haben. Der im Landhausstil gestaltete Ducato H2L2 ist nicht nur total praktisch konzipiert sondern strahlt eine total feminine Gemütlichkeit aus. Da steckt ganz viel Liebe im Detail und auch in der Deko. Wer glaubt Frauen können nicht ausbauen, think again! Total geiler Wagen, eines meiner Highlights an diesem WE. Einen auch ganz ausgeFoxten Wagen hat unser WolfgangFox dabei gehabt. Sein verschiebbarer Bettaufbau der im Heck des Sprinters das Bad frei gibt ist auch so genial konzipiert wie ich es noch bei keinem anderen Wagen gesehen hatte. Und diese vielen kleinen Details die man in diesem Wagen findet sind nahezu in James-Bond Qualität, z.b. der selbstgebaute Warmwasserboiler. In diesem Fahrzeug spürt man die Liebe zum Reisen. Als nächstes ging man am besten gleich rüber zu Mwrsa, der in seinem Crafter feinste Tischerarbeiten eingebaut hat. Die selbstgeleimten Tischplatten aus unterschiedlichen Hölzern sehen schon verdammt edel aus. Total ausgefuchst fand ich seine Tür- und Schubverriegelungen. Die sind ohne großes technisches Brimborium einfach aber doch effizient. Da merkt man halt den Schreiner. Apropos Holz: so richtig schickes Holz fand sich im Wagen von Asagi. Keine Ahnung wie sich das Zeug nennt aber meine Frau fand das richtig toll. Auffällig sind auch hier die großen vertikal eingebauten Fenster die nach außen einen tollen Ausblick ermöglichen. Außerdem sehen sie auch noch total stylish aus. Ob er beim nächsten Mal noch mal die runden Fenster verbaut weis ich nicht. Achja zum Thema Holz noch; er hat ein Holz-Waschbecken was ich persönlich total geil finde. Erstens, weil ich das Material mag und zweitens sieht es wie gewachsen aus. In einem Camper ein total eigenwilliger Weg. Und natürlich eigenwillig in einem guten Sinn. Da war dann der Weg zu Avofix nicht weit. Eine perfekte Symbiose um das Urlauben mit dem Moto-Cross-Sport zu kombinieren. Vorne ein sehr wohnlicher und geschmackvoller Ausbau und hinten eine sehr aufgeräumte und strukturierte Heckgarage mit allem was es braucht um an der Rennstrecke bestens präpariert zu sein. Neidisch wird man dann so richtig wenn er die technischen Details verrät, wie z.B. die große Heizung mit Therme die er schlauerweise unterflur montiert hat um im Innenraum Platz zu sparen. Eine Überraschung habe ich erlebt, als ich in den Wagen von T2a geguckt habe. Oi, da hängt eine Epiphone Hollowbody in Mahagonirot. Ein wunderschönes Teil das den ohnehin schon gemütlichen Raum nochmals optisch aufgewertet hatte. Ich bin eigentlich kein Fan Trennwänden nach dem Fahrerhaus. Aber bei diesem Sevel H3 hat mir das gefallen, nicht zuletzt, weil an der Trennwand die Hollowbody hing... Schöner Wagen.

Nun waren auch Vancool´o und Drumpille mit ihren Kisten eingetroffen. Diese sehen sich auf die Entfernung sehr ähnlich; zwei Sevels in schwarz in H3. Da musste man schon zweimal hingucken. Das besondere bei Drumpille ist, dass sein Wagen wegen seiner Tochter barrierefrei sein muss. Das war mal eine ganz andere Herangehensweise die von uns noch keiner auf dem Schirm hatte. Besonders geil hat er seine Campingmöbel hinten an den Hecktüren befestigt. Sehr praktisch, sehr nachahmenswert. Da er aber noch mit im Ausbau steckt, denke ich wir werden auch noch viel Tolles von Drumpille zu sehen bekommen. Der Van von Vancool´o hat mich auch sehr beeindruckt. Auch wenn er selbst von sich sagt noch nie was mit Möbelbau zu tun gehabt zu haben, fand ich gerade den Möbelbau absolut gelungen. Sowohl die Auswahl des Holzes – was wohl eine echte Odyssee gewesen sein muss – als auch die Form der Schränke ist echt richtig toll geworden. Die Wände waren viel mit Alcala verkleidet was dem Wagen auch eine echt warme gemütliche Note gegeben hatte. Alles in Allem auch ein sehr geschmackvoller Wagen. Nun haben wir uns Andolinis Hardcore Entdecker-Sevel vorgenommen. Dieser rustikale H3 ist so unkaputtbar ausgebaut wie sein Fahrer selbst. Was will so ein sizilianischer Berg von einem Mann auch mit einem total feinmotorisch gebauten Wagen. Von seinen Erzählungen weiß man, dass er in seinen Urlauben auch nicht zimperlich unterwegs ist also brauchts bei ihm auch einen funktionalen Ausbau der das verkraften kann. Auch hier finden sich viele tolle Ideen. Wir sind gespannt wie sich dieser Wagen noch entwickelt. Krass beeindruckend war auch der Renault Master mit Kofferaufbau von Svenotzer. Das Teil ist so riesig da kann man sich innen verlaufen. Ich glaube man muss nen Tag Urlaub nehmen um von der Eingangstüre bis hinten zum Bett zu laufen. Das Teil ist riesig. Aber auch diese Kiste ist im Innenraum total gemütlich. Ich denke in diesem „Loft“ kann man auch den miesesten Regentag aushalten ohne sich total auf den Zünder zu gehen. Scheiss auf die wabbelnde Decke, wat muss dat muss.... Ach es war so schon einfach toll, dass überall kleine Grüppchen an den Wägen standen und gefachsimpelt hatten. Aber dann hat Pyrotitti echt den Obervogel abgeschossen als er aus seinem Wagen plötzlich einen XXL-Gasgrill,

ne Heizkanone und zwei Pavillions ausgepackt hatte. Das war wie bei Hermine in Teil 6 als sie alles Mögliche aus ihrer Tasche gekramt hatte. Im Nu haben wir die Pavillions aufgebaut und die Biergarnituren von Avofix und MRT darunter gestellt. Plötzlich kam T2a mit einem Grinsen im Gesicht und einem Fass Frankenbier unterm Arm auf den Festplatz gelaufen; ganz zur Freude der Ausbauer die ihn dabei beobachtet hatten. Nun standen alle da und haben gewartet das Pyrotitti endlich den Grill anschürt. Aber er hat seinerseits nix gemacht weil ja noch keiner Grillgut ausgepackt hatte. Nun standen alle zögerlich da und keiner hatte sich aus Höflichkeit getraut den ersten Schritt zu machen. Bis plötzlich einer die peinliche Stille mit der Macht der Dreistigkeit durchbrochen hatte in dem er sein eigenes Grillgut geholt und Pyrotitti lautstark aufgefordert hatte den Gashahn aufzudrehen – das könnte ich gewesen sein. Also gings plötzlich los mit dem Grillen und auf einmal hatte derjenige der eigentlich am wenigsten gerne grillt die Grillzange in der Hand und musste die ersten Fuhren rösten – könnte wieder ich gewesen sein. Die Party war in vollem Gange als Andolini und Asagi ihre Grills angeschürt hatten und Mwrsa begann seinen Wok malträtieren. Die Stimmung war einfach top. Trotz Corona wurden Salate, Grillgut und feinste Schokolade über die Tische gereicht und es wurden tolle Gespräche geführt. Da wir alle im Freien waren hatten wir da corona-mäßig auch keine großen Bedenken bzgl. Aerosole. Nach dem Grillen ging die Gasflasche an die Heizkanone und plötzlich wurde es angenehm warm unter den Pavillions. So ging der Abend total fröhlich zu Ende. Die Kinder haben sich auch total schön miteinander beschäftigt. Keines der Kids ist alleine geblieben. Für das Essen haben diese ihre Touren über den Spielplatz unterbrochen und saßen dann freundschaftlich nebeneinander. Ein schönes Bild.

Tag 3 – Die Abreise

 Trotz des langen Feierns am Abend kamen doch tatsächlich alle relativ zeitig wieder aus ihren Wägen hervor. Am letzten Tag waren sich die meisten einig, dass das Treffen viel zu kurz war und begannen schon zu überlegen wo denn das Treffen 2021 stattfinden sollte. Alle haben fleißig geholfen, Pavillions und anderes Partyequipment wieder einzupacken und so langsam begann die große Verabschiedungsrunde.

 

Ich möchte hinzufügen das alle Begrüßungen und Verabschiedungen wirklich über Faust und Ellbogen gemacht wurden, so wie es zu Corona-Zeiten angebracht ist. Da waren alle vorbildlich. Einige haben uns auch kontaktfrei begrüßt was alle anderen auch voll akzeptiert und respektiert haben.

 

Und wenn ihr euch jetzt denkt „.. scheiße das muss geil gewesen sein..“ ja, War es! Und dieses blöde Gefühl das ihr jetzt gerade habt, das Gefühl geht weg wenn ihr auf des Treffen 2021 kommt!

 

PS: die Hamsterdame, die fast diesen Bericht verhindert hätte, ist wieder fit und fands auch cool in Lütsche!

 

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FACEBOOK will ich nicht

TWITTER brauch ich nicht

INSTAGRAM schon gleich gar nicht

GOOGLE+ kommt gar nicht in die Tüte


 

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