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Herstellen von Türinnenverkleidungen

Die Werksverkleidungen im Laderaum und an den Schiebe- und Hecktüren sind schon richtig hässliche Teile. Ich habe anfangs die Hecktüren einfach mit Hartfaserplatten verkleidet. Das war im Prinzip auch nicht viel schöner. Leider hat mir zum Ende des Ausbaus auch die Muse gefehlt da noch was richtig geniales zu zaubern. Ich wollte einfach das blanke Blech nicht mehr sehen und habe mich mit dem Provisorium irgendwie abgefunden. Aber, ich wäre nicht ich wenn so etwas nicht in mir gären würde. Und irgendwann platzt das dann wunderbar aus mir heraus und ich gehe das von Neuem mit voller Energie an.

Schöne Verkleidungen herzustellen is im Prinzip gar nicht so schwer. Es braucht kein ausgefallenes, kompliziertes oder gar teueres Werkzeug. Die Kosten für die Materialien halten sich auch in Grenzen. Ich habe meine Verkleidungen gemacht, wie meine Verkleidungen in der Dinette. Diese sind aus einer Hartfaserplatte im Kern und werden bezogen mit Alcala – einem Alcantara-Imitat aus Mikrofaser. Es gibt Alcala in viele Farben und entweder glatt oder gesteppt. Ich persönlich mag die gesteppte Variante lieber. Unter den eigentlichen Polsterstoff wird bei der gesteppten Variante noch eine Watteschicht mit eingearbeitet. Das macht die bezogenen Hartfaserplatten gleich zum Polster. Ein Vorteil des Alcala-Bezugs ist, dass er sehr pflegeleicht ist. Wenn man die verschiedenen Farben kombiniert kann man sich auch bei der Gestaltung austoben. Alcala ist auch recht strapazierfähig und verarbeitet sich ausgesprochen gut. Man braucht kein besonderes Garn oder gar eine spezielle oder teure Nähmaschine. Also kann es eigentlich losgehen.


Die Hartfaserplatten.

Diese in 3-6mm Stärke erhältlichen Platten aus gepressten Fasern gibt es in jedem Baumarkt im Holzzuschnitt. Sie gibt es im rohen Zustand oder auf der Vorderseite Laminiert – entweder unicolor oder mit Holzdekor. Man kann sich diese Platten im Holzuschnitt zwar zuschneiden lassen, aber das Tolle an diesen Platten ist, dass man diese mit einem Cuttermesser ganz leicht zuschneiden kann. In meinem Falle habe ich die provisorischen Verkleidungen einfach genommen und bezogen. Aber als ich diese damals erstellt habe, habe ich die Türen vermessen und dann die Platten mit dem Cutter zugesschnitten. Dann habe ich 3mm Löcher durch die Platten in die Tür gebohrt und die Platten verschraubt. Diese Löcher werden direkt wiederverwendet, wenn auch nur als Zentrierbohrungen, denn die gepimpten Verkleidungen werden nicht mehr sichtbar geschraubt sondern unsichtbar mit Clipsen befestigt. Die Clipse gibt es im Internet im 500er Pack für knapp 15,-EUR. Dort finden sich ganz viele verschiedene Clipse. Nun habe ich die Schraubenlöcher der Verkleidungen so weit aufgebohrt, dass die Clipse sich von vorne stramm durchstecken lassen und dort halt finden. Wenn alle Löcher mit Clipsen versehen sind gehts mit dem Stoff weiter.

Das Alcala.

Wenn ich Sitzpolster und Sitzlehnen beziehe und da richtig dicke Schaumstoffe als Polster darunter sind, dann ist die Trägerplatte meist eine 10mm Spahnplatte. Hier kann ich den Stoff über die Vorderseite nach hinten spannen und auf die Rückseite der Spahnplatte tackern. Um zu tackern ist die Hartfaserplatte zu dünn. Man würde von vorne die Klammerspitzen durchpieken sehen. Also wende ich hier eine andere Technik an. Ich klebe die Bespannung mit Heissleim hinten auf die Hartfaserplatte. Auch das ist sehr stabil. Wichtig ist hier aber, dass man bei den Stellen die hinten verklebt werden sollen, die Watte sauber vom Alcala abzieht, denn nur der Alcalastoff selber lässt sich fest verkleben, die Watte nicht.  Also lege ich die Platte auf und zeichne die Kontour der Hartfaserplatte auf die Watte-Seite. Beim Abziehen der Watte halte ich mich ca 5-10mm von der angezeichneten Linie weg damit beim Rumziehen auf die Rückseite auch noch Watte auf der Stoßkante ist. Nun fange ich auf einer Seite an die abgezogene Seite aufzukleben. Als nächstes ziehe ich die gegenüberliegende Seite stramm und verklebe auch diese. So verfahre ich mit allen vier Seiten. Nun sind die Rundungen an den Ecken dran. Hier arbeite ich mich von der Mitte des Radius zu den flachen Seiten vor und sehe zu dass von vorne keine Falten entstehen.

Aufbringen auf die Tür.

Nun ist die Verkleidung fertig aber sie kann noch nicht an der Tür montiert werden. Aktuell sind die Schraublöcher immernoch 3mm von unseren Schrauben. Wenn man den Durchmesser der Clipse misst und diese dabei zusammenpresst weis man wie groß das Loch sein muss, damit die Clipse stramm sitzen. Auf diesen Durchmesser werden die Löcher in der Tür aufgebohrt. Die Löcher in der Tür sind ja deckungsgleich mit den Löchern der Clipse in der Verkleidung. Wenn die Löcher aufgebohrt sind kann man diese grundieren und dann nach dem Trocknen die Verkleidungen aufstecken. Perfekt.

 

 

Die Komponenten die ich verwendet habe, sind:

20,-  Alcala gesteppt, von der Rolle mit 148cm Breite, nach laufendem Meter bestellbar

  5,- Hartfaserplatte 3mm

10,- Clipse-Sortiment, 500er Pack- Heissleim

- Cuttermesser

- Akkubohrer mit diversen Bohrern

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FACEBOOK will ich nicht

TWITTER brauch ich nicht

INSTAGRAM schon gleich gar nicht

GOOGLE+ kommt gar nicht in die Tüte


 

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