· 

Aufbereiten der Stoßfänger und Kunststoffteile

Ich fahre seit 29 Jahren Auto, und hatte eigentlich immer Gebrauchtwagen. Darunter war, von mehreren Fiestas, über Pathfinder und PT-Cruiser später auch ein A4 bis hin zu zwei Astras, alles dabei. Da waren immer wieder mal Autos darunter die schwarze Kunststoff-Stoßfänger oder auch andere Kunststoff-Anbauteile hatten. Nach ein paar Jahren auf der Straße sehen diese Teile gerne mal übel ausgebleicht aus. Bislang, hatte ich die immer mit Armor All wieder auf Vordermann gebracht. Was meist auch langfristig einen deutlichen Effekt hatte. Der Boxer macht mich da aber echt fertig! Entweder verwendet Fiat da einen echt lausigen Kunststoff oder mein Wagen war das Arbeitsgerät des Postmannes der in der Sahara die Beduinen mit Paketen versorgt. Ich weis es nicht. Auf jeden Fall sind die Kunststoffteile ultrakrass ausgebleicht und Armor All hatte hier zu keiner Zeit eine Chance. Aber das Cruisemobile soll ja trotzdem toll aussehen.

Also, wie gesagt, nach der Behandlung mit Armor All sah das immer top aus. Aber leider nur bis der erste Regen kam. Denn danach war wieder alles auf Anfang. Danach sah das wieder genauso bleich aus, wie vorher. Als hätte ich nicht einen Handschlag getan um daran was zu ändern. Jetzt war guter Rat teuer. Nach Armor All kamen weitere Mittelchen zum Einsatz welche alle ausnahmslos versagt hatten. Circa 200EUR später war ich also immernoch ratlos. Durch Zufall bin ich auf ein YouTube-Video gestoßen in welchem ein ganz verwegener Schrauber erzählt hatte, dass man mit einen Heissluftföhn Kunststoffe durch anföhnen wieder zu altem Glanz verhelfen könne. Tatsächlich hatte ich dann auch Infos dazu bei Steinel gefunden – ein Hersteller eben solcher Heissluftföhne. Dort sah das super einfach aus und wie von Zauberhand wurde aus dem Grau, nur durch anföhnen, tiefstes Schwarz. Ich dachte noch an einen Fake, aber es war ja Steinel also dachte ich, das muss ich ausprobieren. Irgendwie hab ich mir da auch ne Theorie


zurecht gelegt – "...da verschmelzen bestimmt so diese Dinger da im Plastik drinne so von der Struktur so mit Temperatur und so...". Es hätte so schön sein können. Leider war das naturlich totaler Bullshit. Ich habs auf einer kleinen Stelle kurz getestet und das hat kurz geblubbert und gestunken und war trotzdem noch grau. Also auch total unbrauchbar. Ich bin dann erstmal eine ganze Zeit lang so ausgebleicht weiter gefahren, weil irgendwann verliert man halt auch die Lust, und macht sich in seiner Straße natürlich auch zum totalen Nerd, "Jetzt putzt der bescheuerte Hofmann wieder sein Wohnmobil. Was für ein Depp...". Deswegen habe ich das dann aufgegeben. Aber Unverhofft kommt bekanntlich oft, und so begab es sich, dass ich mal irgendwas im Internet recherchiert hatte – ich weis gar nicht mehr genau was – und zufällig kam ich auf eine Seite und da fiel es mir die Schuppen von den Augen: da gab es ein Mittelchen, das genau mein altes Problem lösen sollte. In DE ist diese Wundersubstanz wohl nicht erhältlich, das deutete ich mal als gutes Zeichen. Das Zeug ist dann wohl richtig aggressiv, wenn die feigen Deutschen das nicht zulassen. Top. Dann lag der Preis bei 35EUR, was ja auch mal ne Ansage ist. Als pflichtbewusster Konsument beurteile ich die Qualität eines Produkts natürlich brav an der Höhe des Preises. Wohl an, dieses Wunderwerk der Technik muss ich unbedingt in meinen Besitz bringen. Gekauft.

Jetzt mal Spass beiseite, da das Zeug irgendwie in keinem Laden in DE zu bekommen war, hab ich mir gedacht, das ist schon mit Vorsicht zu geniessen. Gut möglich, dass es auf der Haut zu Reizungen führt, oder im Auge Schaden anrichtet. Also habe ich mir was langärmliges und zwei Paar Arzthandschuhe angezogen. Dann habe ich mir noch eine Schutzbrille aufgesetzt. Laut Beschreibung war die Anwendung denkbar einfach: man nehme einen Haushaltsschwamm und trägt damit diese durchsichtige Flüssigkeit auf. Nach Angaben des Herstellers ist das wohl kein reines Pflegeprodukt sondern die Substanz verbindet sich wohl auch fest mit dem Kunststoff und garantiert einen Witterungs- und UV-Schutz für mehrere Monate.

 

Tatsächlich habe ich es bei den ersten Fahrzeugteilen erstmal falsch angewendet: ich habe, frei nach dem Motto "Viel hilft viel", erstmal richtig viel aufgetragen. Nun ist dieses Zeug aber weder ein Vanille-Eis noch ist es Handcreme, wo Viel auch wirklich viel ist. Denn, je mehr ich aufgetragen hatte desto mehr hatte ich bemerkt, dass es an meinen Handschuhen klebriger und zäher wurde. Die Optik war aber gut; matt glänzend und irgendwie seidig. Nach kurzer Zeit wurde das auch tatsächlich dunkler. Ich hab dann erstmal aufgehört. Man sollte die Substanz dann trocknen lassen. Ich vermutete, die Schwammstreifen vom Auftragen, würden noch einziehen oder abtrocknen. Aber, als ich am nächsten Morgen zum Wagen kam, sah das aber immernoch genau so aus. Nach kurzem Anfassen stellte ich fest, dass das Zeug immernoch nass war. Nun dachte ich, dass ich das Überschüssige, wie bei Armor All einfach wegwischen könnte. Von wegen!!! Das hatte nach dem ersten Drüberstreichen mit einem Baumwolltuch erstmal fatale Auswirkungen. Ich hatte nämlich plötzlich überall Baumwollspähne auf dem klebrigen Zeug. Ich dachte schon meine Stoßfänger mit meinem zum Putzlappen umfunktionierten Bettlaken beflockt zu haben, als ich mir gedacht hatte, dass die Geschichte hier nicht auf diese Weise enden darf. Also habe ich gerubbelt und gerubbelt und gerubbelt. Tatsächlich liess sich die überschüssige Substanz abtragen. Dann waren sowohl die Schwammstreifen als auch die Baumwollspäne endlich weg. Und zum Vorschein kam ein seidig glänzender und total homogen dunkler Stoßfänger. Wahnsinn. Das war zum jetzigen Zeitpunkt schon das mit Abstand beste Ergbnis, dass ich je bei solch einer Aufbereitung erziehlt hatte.

Im zweiten Durchgang habe ich dann die noch ausstehenden Teile aufgearbeitet. Diesmal hatte ich aber wesentlich weniger von dem Mittel aufgetragen. Nun zog das Mittel wohl schneller ein, denn der Glanz war auf Anhieb ohne Schwammstreifen und war nach ca. 20min vollständig getrocknet. Das Ergbnis war unfassbar gut. Nun war auch keine Stelle mehr klebrig. Die Optik hat mich echt umgehauen. Da ich vorher die Beschreibung und Infos zu den Anwendungsgebieten gelesen hatte wusste ich, dass man damit auch die Reifen pflegen und konservieren kann. Mit der wohligen Wärme der Begeisterung in meiner Brust bin ich sofort auf meine Reifen losgegangen, und was soll ich sagen: Wahnsinn. Das sieht unfassbar geil aus!

Was ich jetzt noch nicht weis, ist, wie die Langzeitwirkung sein wird. Wie sieht das Ganze nach dem dritten Tag im Regen aus und was bleibt optisch davon zurück nachdem ich in der Waschstraße war. Davon werde ich berichten wenn ich diese Erkenntnisse habe. Dann wissen wir ob das Top oder ein Flop ist.

 

Nachtrag 9.5.2020

Also, das Mittelchen ist jetzt seit gut vier Wochen auf den Kuststoffteilen. Nach dem ersten Regen war deutlich zu erkennen, dass der Regen wirklich an den Kunststoffteilen abperlt. Das war schon mal wirklich ertaunlich zu sehen weil hier wenig Rückstände vom Wasser zurückgeblieben waren. Auch nach dem zweiten und dritten Regen war das Resultat ähnlich. Der Kunststoff hatte wenig an Farbtiefe eingebüßt und die Verschmutzungen die der Regen üblicherweise mit sich bringt, waren hier relativ gering. Just am heutigen Tage habe ich den Wagen gewaschen und dabei auch die Kunststoffteile kräftig mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet. Das Ergebnis danach war erstaunlich. Die Farbtiefe war immernoch hoch und der Abperleffekt war immernoch gegeben. Klar, die Optik war nicht mehr ganz so knackig wie direkt nach der Anwendung von PlastStar, aber Lichtjahre besser als davor. Da nun die Kunststoffteile richtig sauber waren, habe ich die Anwendung nochmal wiederholt und hoffe, dass ich jetzt länger Ruhe habe.

 

Das Mittel das ich verwendet habe ist:

40,- Koch Chemie Plast Star Kunststoffpflege silikonölfrei

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

FACEBOOK will ich nicht

TWITTER brauch ich nicht

INSTAGRAM schon gleich gar nicht

GOOGLE+ kommt gar nicht in die Tüte


 

mark@screenshot-artworx.de