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Elektro Installation V2.0 im Cruisemobile - Neuordnung der 12V Elektrik

Die Elektroninstallation fand ja 2018 beim eigentlichen Ausbau des Cruisemobile statt. Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich aber das Eine oder Andere noch entwickelt bzw. verändert. Das hat sich aber bei einer neuerlichen Betrachtung doch irgendwie wie Stückwerk angefühlt. Damit war ich nicht mehr glücklich.

Das Erste was damals nach dem ursprünglichen Ausbau geändert wurde war der Solar-Laderegler. Danach wurde die Batterie ausgetauscht und es entstand, im Fach neben unserer Elektrozentrale, ein hermetisch geschlossenes Batteriefach. Dann kam irgendwann das Trennrelais dazu und es folgten dann noch eine 12V Steckdose für die Kühlbox in der Dinette. Nach unserem, hier im Blog ausführlich beschriebenen Elektrounfall, kamen neue Multimedia-Geräte und ein DC/DC Spannungswandler hinzu. Was sich bei den letzten Urlauben als störend herauskristallisiert hatte war, dass dadurch in einem der Staufächer weniger Platz zur Verfüngung stand, und man mit der Ladung von persönlichen Dingen immer einen gewissen Abstand zu den Elektrik-Komponenten einhalten wollte um nicht irgendwelche Kühlöffnungen oder Kühlrippen zuzustellen. Dabei hatte ich immer wieder den Gedanken einige der Komponenten aus dem Staufach in das Batteriefach zu verlegen. Einerseits um die Geräte von der Ladung im Heckfach zu trennen,


andererseits aber auch um die Verkabelung möglichst kurz zu halten. Da in 2020 erneut die Aufbaubatterie das Winterlager nicht überlebt hatte und wir eine neue Aufbaubatterie kaufen mussten, wurde, mit unserer neuen Siga Phaeton, im Batteriefach insgesamt etwas mehr Platz frei. Sie war wesentlich kürzer und auch etwas schmäler als unsere alte Batterie. Das war für mich das letzte Zeichen, dass ich gebraucht hatte um das Projekt "Neuordnung der 12V-Elektrik" endlich anzugehen. Mit den bisherigen Komponenten war ich zwar durchaus sehr zufrieden, allerdings, habe ich durch den Kauf des DC/DC von Victron Energy deren Sortiment etwas besser kennengelernt und war von deren anderen Produkten auch begeistert. Die Möglichkeit, deren Geräte via Blutooth in einer App zu koppeln fand ich absolut genial. Also habe ich beschlossen das 230V/12V Ladegerät und den Solarladeregler zu ersetzen. Ausserdem wollte ich noch den Victron Energy Batteriesensor mit Bluetooth um den Geräten eine permanente Abfrage der Batteriedaten zu ermöglichen.

 

Das neue Ladegerät:

Mein altes 230V Ladegerät, für das Laden über Landstrom, habe ich gegen ein Victron Energy IP65 ersetzt. Mein voriges konnte nur mit maximal 3,5A laden; das IP65 lädt hingegen mit 5A. Ein weiterer Vorteil dieses Geräts sind die Einstellungsmöglichkeiten und die Auswahl der verschiedenen Lademodi. Da war von mehreren normalen Lademodi über einen Wintermodus bis hin zum Reconditioning Programm alles dabei. Vor dem Einbau ins Cruisemobile habe ich damit in meiner Werkstatt die alte Starterbatterie reconditioned. Diese ließ sich tatsächlich wieder voll beladen und hält nun die Spannung auch auf einem normalen Niveau. Mit dem vorigem Ladergerät war das Beladen der Batterie nicht mehr möglich weil dies direkt auf "Error" ging. Das war also schon mal ein wahnsinns Einstand für das IP65.

 

Der neue Solarladeregler:

Mit dem SunYoba Laderegler war ich grundsätzlich sehr zufrieden. Das Gerät war leistungsstark und mit dem abnehmbaren Display sehr praktisch in der Handhabung. Aber, ich wollte nun einen Schritt nach vorne machen und eine Steuerung bzw. Überwachung über die Handy-APP. Somit entschied ich mich für den MPPT 75/15 von Victron Energy. Damit dieser optimal arbeiten kann benötigt dieser die durch den Smart Battery Sensor ermittelten Daten. Über die APP sieht man stets die aktuellen Messwerte wie z. B. die aktuelle Ladespannung und den Ladestrom. Aber auch die aktuelle Entnahme über den Lastausgang kann man auslesen. In einer Grafik kann man sich eine Auswertung der Ladevorgänge der letzten Tage und Wochen ansehen.

 

Der Status Quo

Der CSV300 von Schaudt war meine Schaltzentrale. Hier laufen 12V und 220V zusammen. Dabei wird zwischen Landstrom und Batteriebetrieb umgeschaltet. Hier waren auch alle meine 230V und 12V Stromkreise abgesichert. Beim Betrieb über Landstrom schaltete der CSV300 automatisch den Batterie-Eingang ab und der Strom für die 12V Stromkreise wurde direkt im CSV300 von 220V in 12V gewandelt. Lag kein Landstrom an, schaltete der CSV300 direkt auf den Batterie-Eingang und und speiste die fünf 12V Stromkreise über die angeschlossene Aufbaubatterie. Da der CSV300 aber bei unserem Stromschaden in 2019 wohl massiven Einen abgekriegt hatte musste der weichen. Erst habe ich überlegt einen neuen CSV300 anzuschaffen, aber dann wurde mir klar, dass dieser mit dem neuen Setup obsolet geworden war.

 

Das neue Konzept für 12V

Mit unserem neuen Setup ist es nicht mehr nötig alles über einen EBL zu fahren. Wir schalten nämlich bei 12V nicht mehr um zwischen Batterie und heruntergewandeltem 12V-Strom, sondern entnehmen unseren 12V Strom immer aus der Batterie. Bei der Versorgung mit Landstrom sorgen wir lediglich dafür, dass unsere Batterie durch das neue Ladegerät immer geladen bleibt. Wir haben hier aber folgendes Dilemma. Um die Batterie zu laden, müssen direkt an der Batterie 14,7V anliegen - egal ob vom Solarpanel, Trennrelais oder vom Ladegerät. Für so manches 12V Gerät wäre das aber zuviel und die Geräte könnten beschädigt werden. Deswegen hängen unsere vier separat abgesicherten Stromkreise auf dem Spannungsregler DC/DC von Victron Energy welcher seinerseits am Lastausgang des Solarladeregler hängt. Der DC/DC bügelt die Spannung ungeachtet der eingehenden Spannung auf einen voreingesteller Wert; in meinem Fall 12,4V. Somit fließen über unseren 4fach Sicherungskasten für unsere Stromkreise immer konstant 12,4V - egal ob die Batterien geladen werden oder nicht.  Da die Geräte nun sehr nahe an einander sind, sind die Verbindungskabel sehr kurz, teilweise unter 40cm. Somit kann man etwaige Übertragungsverluste möglichst gering halten.

 

Das neue Konzept für 220V

Was bislang zentral über den EBL mit Hilfe seiner Vorrangschaltung zugunsten des Landstroms automatisch umgeschaltet wurde lösen wir jetzt mit einer separaten 220V Stromversorgung über einen Sicherungskasten mit 16A Sicherungsautomat und einem FI-Schalter. Die 12V und 220V Systeme haben jetzt nur noch eine Querverbindung, nämlich das Victron Energy IP65 Ladegerät welches bei Anschluss des Landstroms automatisch die Batterie lädt.

Gesichert wurden sämtliche Verbindungen mit 12V Sicherungsautomaten zwischen 30A und 50A. Die Kabel müssen noch sauber mit Kabelbindern verlegt werden, aber die Funktion ist schon mal einwandfrei. Die Verteilung läuft auch über die vergoldeten Verteilerblöcke.

 

Nach dem ich schon dabei war alles neu zu machen, dachte ich mir, ich gönne mir hinten noch ein Anschlussterminal mit 12V Steckdose und mehreren USB-Ladedosen. Das ganze wollte ich auch noch abschaltbar machen. Hierfür habe ich mir ein komplettes Anschlusspanel besorgt und es in die hintere Wand des Batteriefachs gebaut. Somit ist es mir zugänglich wenn ich das Heckfach offen habe. Funktioniert auch perfekt.

 

Aktuell ist das Ganze jetzt nur zusammengeschaltet ohne Haltungsnoten. Theoretisch könnte es mir scheissegal sein, weil das im Batteriefach keiner zu sehen bekommt, aber das geht ein bisschen gegen meine Ehre. Das muss demnächst alles noch aufgehübscht werden, damit es am Ende auch schön aussieht. Ich werde euch weiter berichten.

 

Die verwendeten Komponenten:

- Victron Energy MPPT 75/15 Laderegler

- Victron Energy IP 65 Ladegerät

- Victron Energy Orion 12 24 / 18 DCDC Konverter

- Victron Energy Smart Battery Sensor

- Sicherungskasten mit Klemmschiene

- 16A Sicherungsautomat

- FI-Schalter

- Diverse Sicherungsautomaten 30A-50A

- Verteilerboxen

- Phoenix Gold vergoldete Verteilerblöcke

- Anschlusspanel für 12V und USB

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FACEBOOK will ich nicht

TWITTER brauch ich nicht

INSTAGRAM schon gleich gar nicht

GOOGLE+ kommt gar nicht in die Tüte


 

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